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Flexstrom und der Wechselbonus – Update

In letzter Zeit mehren sich die Beschwerden über Flexstrom. In der Presse ist immer öfter über Flexstrom und den Wechselbonus zu lesen. Es geht dabei um den in Vergleichsportalen ausgewiesenen Wechselbonus, den der Anbieter den Kunden zahlt. Das Problem dabei: In den AGB hat Flexstrom stehen, dass dieser Bonus nur gezahlt wird, wenn der Kunde frühestens nach der einjährigen Laufzeit den Vertrag kündigt. Kündigt der Kunde bereits im ersten Jahr – z.B. weil Flexstrom Strompreiserhöhungen mitgeteilt hat – will Flexstrom keinen Wechselbonus zahlen.

Gerichte entscheiden unterschiedlich
Es gibt mehrere Gerichtsurteile für solche Fälle. In einigen gewinnt Flexstrom, in anderen der Stromkunde. Eine klare Rechtslage sieht also wohl anders aus.
Über einen Fall berichtet z.B. test.de, in den Kommentaren ist zu lesen, dass Gerichte teilweise auch gegen den Stromkunden entscheiden.

Warum ein hoher Wechselbonus?
Warum bieten die Stromanbieter überhaupt einen hohen Wechselbonus? Das hat mit der Positionierung in den Vergleichsrechnern zu tun. Dort wird bei der Berechnung der Jahreskosten für Strom meist zunächst auch der Wechselbonus berücksichtigt. Ist der Wechselbonus nun besonders hoch, erscheinen die Jahresstromkosten vermeintlich viel billiger als sie eigentlich sind. Im zweiten Jahr sind dann wesentlich höhere Strom-Kosten zu zahlen, da der Wechselbonus wegfällt.

Als Stromkunde sollte man daher die höhe des Wechselbonus immer im Blick haben und prüfen, ob der gewünschte Stromanbieter auch ohne Bonus günstigen Strom bietet.

Mittlerweile hat sich der „Bund der Energieverbraucher“ in einem offenen Brief an die Bundesnetzagentur gewendet und eine Überprüfung von Flexstrom gefordert. Flexstrom soll „auf ihre Seriosität, Zuverlässigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ geprüft werden.

Die neue „Schlichtungsstelle Energie“ hat einen Streit zwischen Flexstrom und einem Stromkunden für den Stromkunden entschieden und gefordert, der Bonus solle ausgezahlt werden. Flexstrom kündigte allerdings an, den Streit vor Gericht austragen zu wollen und kritisierte den Arbeit der Schlichtungsstelle als „Witz“. Es ging um die Auszahlung eines Bonus in Höhe von 70 Euro.

Das Stromvergleichsportal Verivox hat Flexstrom inzwischen gekündigt. Flexstrom wird in den Ergebnissen zwar noch angezeigt, es wird aber kein direkter Wechsel mehr Angeboten. Interessierte Kunden müssen somit direkt Kontakt mit Flexstrom aufnehmen. Es gab mehr als 2000 Beschwerden über den Neukundenbonus.

Peter Reese, Leiter Energiewirt­schaft bei Verivox (Bericht auf test.de)
Zwischen Januar und November 2011 gingen 2 190 Verbraucher­beschwerden zum Thema Neukundenbonus bei Flex­strom bei uns ein.

Flexstrom hat dagegen Klage eingereicht, da man sich nun benachteiligt fühlt.

Update 10.01.2012
Das juristische ‚Tauziehen‘ zwischen Verivox und Flexstrom geht weiter. Wie Verivox mitteilt, wird Flexstrom standardmäßig nun gar nicht mehr in den Vergleichsergebnissen angezeigt. Erst wenn man sich bewusst dazu entscheidet, die von Verivox empfohlenen Verbraucherschutzrichtlinien nicht zu berücksichtigen werden die Flexstromtarife mit teils enorm hohen Wechselbonus in den Ergebnissen angezeigt.
Mitteilung von Verivox dazu: Verivox filtert Angebote der Flexstrom AG

Die Gründe dafür sind die nicht verbraucherfreundliche Tarifgestaltung, die mangelnde Bereitschaft, Konflikte außergerichtlich zu lösen und die fehlende Akzeptanz von Gerichtsentscheidungen von Seiten der Flexstrom AG.

Flexstrom versucht offensichtlich derzeit alles, um Verivox von diesen Maßnahmen abzubringen:

Verivox hat derzeit zahlreiche juristische Auseinandersetzungen mit Flexstrom und anderen mit ihr rechtlich, personell oder wirtschaftlich verbundenen Unternehmen auszutragen. Fast täglich treffen Abmahnungen, einstweilige Verfügungen oder Klagen bis hin zu Strafanzeigen des streitlustigen Energie-Discounters ein.